13.09.2026, 10-18 Uhr: Tag des offenen Denkmals mit Führung
In verschiedenen Bereichen der Dauerausstellung wird die Geschichte des 1782 als Salzniederlage errichteten und 1869 zum Schwurgericht umgebauten Gebäudes dargestellt. Seit den 1970er Jahren befindet sich das Sorbische Museum in diesem historischen Bau. Eine umfassende Sanierung erfolgte in den 1980er Jahren. So ist der ehemalige Verhandlungssaal des Schwurgerichts mit klassizistischen Wandbemalungen versehen. Doch schauen Sie selbst, welche erkennbaren Spuren die Geschichte des Hauses preisgibt. Der Eintritt und alle weiteren Angebote sind kostenfrei.
Besonderes Angebot:
- 15 Uhr: Führung zur Geschichte der Sammlung des Sorbischen Museums in der Sonderausstellung, in sorbischer Sprache
- 16 Uhr: Führung zur Geschichte der Sammlung des Sorbischen Museums in der Sonderausstellung, in deutscher Sprache
„Erkenne dich selbst“ war das Motto der ersten sorbischen volkskundlichen Präsentation im Rahmen der Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896 in Dresden, aus der 1900 das Wendische Museum in Bautzen hervorging. Den Grundstock des heutigen Sorbischen Museums bilden die wertvollen Objekte und Sammlungsansätze der wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska seit 1856 und jene Ausstellung, die auch das neue Museum im Sorbischen Wissensforum am Lauengraben inspirieren. Die Führung durch die Sonderausstellung „Sammeln. Bewahren. Begeistern“ beleuchtet 170 Jahre Museumsgeschichte. Eintritt frei.
Z herbstwa Serbstwa | Objekt des Monats 09_26: Hochzeitsbitterschärpe
Hochzeitsbitterschärpe der Muskauer Heideregion
Twjelka, übersetzt Handtuch, heißt um Schleife und Cottbus die handgewebte etwa einen halben Meter breite und dreieinhalb Meter lange Hochzeitbitterschärpe. Auch für die Kirchspiele Muskau, Klitten und Nochten ist sie belegt. Ihre Verwandschaft mit dem ostslawischen Ruschnik als traditionelles Hochzeitstuch wird von Volkskundlern bestätigt. Auch die archaischen Muster und Symbole weisen Ähnlichkeiten auf. Paradehandtücher gibt es seit dem 17. Jahrhundert aber auch im deutschsprachigen Raum.
Die Hochzeitsbitterschärpe von 1845 ist nur zur Hälfte erhalten und wurde nachträglich für Dekorationszwecke mit Hängeschlaufen versehen. Die rot-grünen Wollstickereien wie etwa der Dreispross und das Sonnenkreuz mit geschweiften Rand weisen in ihrer Typik auf das Schleifer Kirchspiel. In den geometrischen, stilisierten Mustern erkennt man des Weiteren Hirschdarstellungen und das biblische Josua- und Kaleb-Motiv als Fruchtbarkeits- und Hoffnungs-zeichen. Drei Sterne mit verstecktem weißen Andreaskreuz und die an den Hexenstich angelehnten Kreuzstichranken lassen die Vermutung zu, dass hier von der Stickerin, in der Regel der Braut, magische Zeichen gegen den neidischen Bösen Blick eingestickt wurden.
Die Schärpe war Teil eines Konvolutes aus der Muskauer Heide, das nach der Dresdner Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896 in den Bestand des 1900 gegründeten Wendischen Museums in Bautzen übernommen wurde.
- Hochzeitsbitterschärpe der Muskauer Heideregion, SM-B-000358
- handgewebtes Leinenfragment, mit Hängeschlaufen
- Kreuz-, Stielstich-und Tambourstickerei, Hohlsaum, geknüpfte Fransen
- 1845
