Ein seltener Neuzugang für die Kunstsammlung des Sorbischen Museums
Mit dem Ankauf des Gemäldes „Bäuerin mit Kind“ der Künstlerin Erna Krüger (1883-1973) aus dem Jahr 1918 konnte das Sorbische Museum seine Sammlung um ein außergewöhnliches Werk erweitern. Es stammt aus dem Privatbesitz eines Berliner Kunstsammlers. Seine besondere Bedeutung liegt in der Motivik: Die Darstellung einer sorbischen Bäuerin mit Säugling zählt zu den seltenen Bildthemen der sorbischen Kunst. Als einfühlsames Porträt einer Mutter mit ihrem Kind gewährt das Gemälde einen Einblick in die Lebenswelt sorbischer Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Vor der Aufnahme in die Sammlung wurde das Werk fachgerecht restauriert. Durch die behutsame Konservierung konnten die Farbigkeit und Ausdruckskraft des Gemäldes wieder stärker hervortreten und das Kunstwerk dauerhaft für die Sammlung gesichert werden. Wir freuen uns darauf, dieses besondere Werk hoffentlich in der neuen Dauerausstellung des Sorbischen Museums präsentieren zu können.
11.08.2026, 10-12.30 Uhr: Ferienprogramm „Hinterglasmalerei“
Wie entsteht eine Hinterglasmalerei? Schritt für Schritt lernen wir diese Kunsttechnik kennen und gestalten ein eigenes Bild für zu Hause. Ab 7 Jahren, Kosten 6,50 €, mit verbindlicher Anmeldung.
Z herbstwa Serbstwa | Objekt des Monats 07/26: Heuernte im Spreewald
Mit dem Aquarell „Heuernte im Spreewald“ präsentiert das Sorbische Museum ein Werk des niedersorbischen Malers Wilhelm Schieber, der als bedeutender künstlerischer Chronist des Spreewaldes gilt. In seinen Landschaftsbildern hielt er die Schönheit seiner Heimat ebenso fest wie die Lebens- und Arbeitswelt ihrer Bewohner. Schieber, oft als „Spreewaldmaler“ bezeichnet, widmete sich besonders den Wasserläufen, Wiesen und Dörfern der Niederlausitz und schuf damit ein eindrucksvolles Bild einer einzigartigen Kulturlandschaft.
Das 1958 entstandene Aquarell zeigt eine typische Szene aus dem traditionellen Spreewald. Im Vordergrund liegen Kähne an einem Fließ, deren Spiegelungen sich auf der Wasseroberfläche brechen. Dahinter erstrecken sich flache Wiesen, auf denen Menschen mit der Heuernte beschäftigt sind. Die Darstellung verweist auf eine Zeit, in der die Wasserwege die Lebensadern der Region bildeten und Kähne den Menschen als unverzichtbare Transportmittel dienten.
Charakteristisch für Schiebers Malweise ist der leichte, transparente Farbauftrag. Mit wenigen Pinselstrichen gelingt es ihm, Licht, Bewegung und Atmosphäre einzufangen. Die zarten Blau-, Grün- und Erdtöne vermitteln die Ruhe eines Sommertages.
„Heuernte im Spreewald“ ist damit nicht nur ein stimmungsvolles Landschaftsbild, sondern zugleich ein kulturhistorisches Zeugnis, das die Erinnerung an eine traditionelle Lebensweise bewahrt und die Verbundenheit des Künstlers mit seiner sorbischen Heimat eindrucksvoll zum Ausdruck bringt.
- Wilhelm Schieber (1887–1974)
- Heuernte im Spreewald
- 1958, Aquarell auf Papier, 48,0 cm x 62,0 cm
- SM-VI-000322 K2

