Z herbstwa Serbstwa | Objekt des Monats 10/26

Sorbische Lebensweisen in Keramik

Die Kleinplastik „Schleifer Frauen am Backofen“ stellt eine historische Alltagszene dar. Das Brotbacken der Hausfrauen hatte eine lange Tradition auf dem Land, auch wenn Bäcker die Dorfbewohner mit Backwaren versorgten. Alle zwei Wochen etwa wurde der Backofen erhitzt, um Brote für die Familie zu backen. Das Brot war nicht nur Nahrungsmittel, sondern stand sinnbildlich für harte Arbeit, Ehrfurcht und Dankbarkeit.

Christa Elisabeth Eitner, geborene Szardenings (31.10.1943 – 31.07.2024), zog nach ihrer Heirat nach Briesen. Dort wurde noch in den 1970er Jahren täglich die sorbische Arbeitstracht getragen und Niedersorbisch|Wendisch gesprochen. Als ausgebildete Buchhändlerin besuchte sie die Volkskunst-zirkel an der Ingenieurhochschule Cottbus, wo der Maler und Keramiker Walter Heinrich sie an das Kunsthandwerk heranführte.

Keramische KleinplastikIn ihrer Spremberger Werkstatt „Eitner Keramik“ unter dem Dekornamen „Łužyca“ schuf sie seit 1981, ab 1995 gemeinsam mit ihrer Tochter Carola Eitner, Kleinplastiken, Vasen und Gebrauchskeramik. Durch das aufmerksame Beobachten und durch Studien entstanden Figuren und Formen, welche authentisch dörfliche Szenen, Bräuche, Sagen und sorbische Trachten zeigen. Diese zieren nicht nur Haushalte und öffentliche Räume, sondern sind auch Gegenstand musealer Sammlungen. Ausstellungen im In- und Ausland präsentierten ihre Keramiken. Fasziniert von der kulturellen Vielfalt hat sich Christa Eitner ganz der Lausitz verschrieben und bewahrt mit ihren Werken sorbische Lebensweisen.

 

  • Keramikkleinplastik „Schleifer Frauen am Backofen“, SM-VI-005570
  • Christa Eitner, Spremberg
  • 1990, Auftragswerk für das Haus für sorbische Volkskultur
  • Emailleglasuren: niedrigschmelzend in Braun, Moosgrün, Schwarz und Kobaltblau