Stellenausschreibung
Das Sorbische Museum, als eine nachgeordnete Einrichtung des Landkreises Bautzen, sucht für die Stelle der Projektassistenz (m_w_d)_K 2025-176, für das Großprojekt „Sorbisches Wissensforum am Lauenareal“, eine Elternzeitvertretung. Die Bewerbungsfrist endet am 01.03.2026, siehe Onlineformular. Nähere Informationen unter: Jobs und Ausbildungsplätze – Landkreis Bautzen
Ferienprogramm und Sonntagsführung
10.02.2026, 10-12.30 Uhr: Ferienprogramm Hinterglasmalerei
Wie entsteht eine Hinterglasmalerei? Schritt für Schritt lernen wir diese Kunsttechnik kennen und gestalten ein eigenes Bild zum Mitnehmen. Ab 7 Jahren, Kosten 6,50 €, bitte mit Voranmeldung.
22.02.2026 ab 16 Uhr: Thematische Führung am Sonntag
Jeden letzten Sonntag des Monats bietet das Museum eine Führung nach thematischen Schwerpunkten an, um 16 Uhr in deutscher Sprache, anschließend um 17 Uhr in sorbischer Sprache. Die erste Führung zu sorbischen Trachten ist am 22.2.2026 ab 16 Uhr. Wir bitten um Voranmeldung.
Z herbstwa Serbstwa – Objekt des Monats 02/26
Dieses feine Aquarell über Bleistift von Gustav Täubert zeigt das Forsthaus Piskowitz, eingebettet in eine ruhige, lichtdurchflutete Waldszenerie. In monochromer Sepia-Malweise fängt Täubert die Atmosphäre des Ortes meisterhaft ein. Die Darstellung im kleinen Format beweist die präzise Hand eines Künstlers, der sowohl Landschaften als auch Architektur gekonnt in Szene setzte.
Das Gebäude selbst, vermutlich das Wohnstallhaus An der Försterei 12 in Piskowitz, liegt auf einer kleinen Anhöhe, umgeben von Bäumen und Buschwerk. Heute ist das Fachwerk im Obergeschoss verputzt, das Krüppelwalmdach und der kleine Anbau sind jedoch noch erkennbar. Laut einer Auflistung von Baudenkmälern in der Gemeinde Nebelschütz, zu welcher Piskowitz gehört, wird es als baugeschichtlich bedeutsam eingestuft.
Friedrich Ludwig Gustav Täubert (*1817 – †1913) war ein vielseitiger Dresdner Künstler: Architektur- und Landschaftszeichner, Stecher, Lehrer und Verleger. Nach seinem Studium an der Dresdner Akademie eröffnete er einen Kunstverlag am Altmarkt 8 in Dresden und fertigte zahlreiche Ansichten sächsischer Landschaften und Gebäude an, unter anderem für die Sammelwerke Saxonia, Sachsens Kirchen-Galerie und Vaterland der Sachsen. Besonders seine Darstellungen der Sächsischen Schweiz machten ihn bekannt, denn sie trugen maßgeblich zur touristischen Erschließung der Region bei. Das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden besitzt eine große Anzahl an Zeichnungen, Stichen und Aquarellen des Künstlers Gustav Täubert.
- Gustav Täubert, Forsthaus zu Piskowitz bei Schmeckwitz, Aquarell über Bleistift, 1880.
- 12,6 cm x 20,6 cm
- SM-V-011967
Winterklassik 23.-25.1.2026
Konzertreihe Winterklassik 2026:
- 23.01.2026 um 19 Uhr „Echo der wandernden Seelen“
- 24.01.2026 um 19 Uhr: „Zwischen Schweigen und Klang“
- 25.01.2026 um 11 Uhr: „Exil und Identität“
www.winterklassik.com
„Z herbstwa Serbstwa | Objekt des Monats“: Kleine sorbische Geige
Dieses Exemplar einer kleinen sorbischen Geige, auch “Schleifer Fidel” oder “Hochzeitsfidel” genannt, wird dem Instrumentenbaumeister Hans Jordan aus Markneukirchen zugeschrieben. Sie wurde nach Entwürfen des Crostwitzer Uhrmachers und Enthusiasten für sorbische Volksmusikinstrumente Jurij Mencl/Georg Menzel (*1903; +1951) angefertigt. Die Signatur am Geigenboden weist als Baujahr 1947 aus.
Mehrere konstruktive Merkmale dieser Geige weichen von der althergebrachten Bauweise ab. Besonders auffällig ist der untypische Steg zwischen den Schalllöchern, welcher offensichtlich einer klassischen Konzertvioline entnommen ist: er verfügt über vier Saitenkerbungen, obwohl eine sorbische Geige nur mit drei Saiten bespannt wird. Es fehlt außerdem das dritte Loch in der Geigendecke, durch welches bei einer traditionellen kleinen sorbischen Geige ein Füßchen des Steges bis an den Innenboden reicht und somit Decke und Boden verbindet. Darüber hinaus ist auf der Unterseite der Geigendecke ein Bassbalken angebracht – eine weitere Annäherung an den Aufbau der klassischen Konzertgeige. Derlei Merkmale spiegeln Menzels Bestreben wider, die traditionellen sorbischen Streichinstrumente baulich und musikalisch zu “vervollkommnen” und somit durch Modernisierung zu bewahren. Damit zeugt dieses Instrument vom Übergang der traditionellen Volksmusikpraxis zur professionalisierten Folklore, welche 1952 in der Gründung des Staatlichen Ensembles für sorbische Volkskultur mündete – ein Jahr nach Menzels frühem Tod.
- Kleine sorbische Geige, Markneukirchen, 1947
- 27 cm x 49 cm
- SM-V-005922
H. Wiesner-Konzert 17.01.2026 um 19 Uhr: Windsbräute, Mittagsfrauen und andere fabelhafte Wesen
Das 31. Besondere Konzert zur Jahreswende 2026 „Windsbräute, Mittagsfrauen und andere fabelhafte Wesen“
Die fünf klassischen Musikerinnen werden die mythischen Gestalten aus der sorbisch-wendischen Sagenwelt hervorrufen und mitnehmen in die heutige Zeit. Sie werden Werke von Komponistinnen, die meistens im Schatten der Musikgeschichte durch die Jahrhunderte nahezu vergessen waren, zur Aufführung bringen und zeigen, dass auch von Frauen Großes auf dem Gebiet der Musik geleistet wurde.
Mitwirkende
- Kristin Ivanova – Sopran
- Ayda Demirkan – Violine
- Waltraut Elise Elvers – Bratsche
- Clara Franz – Violoncello
- Heidemarie Wiesner – Klavier
Die für das Konzert beauftragten sorbischen oder ihnen nah verbundenen Komponisten (Jan Cyz, Sebastian Elikowski-Winkler, Johannes Kretschmer, John McNabb, PeterWittig) lassen sich von dem Thema inspirieren und komponieren je ein Werk für unterschiedliche Besetzungen von Solo, Trio bis Quintett, das in den Konzerten zur Uraufführung kommen wird. Spannende, leidenschaftliche und himmlisch schöne Werke von u.a. Amy Beach, Rebecca Clarke, Lilli Boulanger, Lera Auerbach, Cecile Chaminade, Maddalena Sirmen, Pauline Viardot, Germaine Tailleferre, Heidemarie Wiesner und Ulrich Pogoda runden das Programm ab.
„Mittagsfrau” von Jill-Francis Käthlitz und durch die Dramaturgin Madlenka Solcic ausgewählte Gedichte der Teilnehmerinnen am sorbisch-wendischen Schreibwettbewerb dienen den Komponisten als Inspiration. Sie werden während der Konzerte zweisprachig vorgetragen. Spielorte im Januar 2026 sind Berlin, Leipzig, Bautzen, Cottbus, Hoyerswerda, Kuppritz.
Neuheit 2026: “Z herbstwa Serbstwa | Objekt des Monats”
Freuen Sie sich auf ein neues Serial des Museums. Ab Januar 2026 wird aus den Sammlungsbeständen jeden Monat ein besonderes Objekt vorgestellt. Präsentiert wird dieses im digitalen Format auf der Museumshomepage, auf Facebook und Instagram wie auch in den Printmedien. Zudem wird jedes Objekt einen Monat lang in der Sonderausstellung “Sammeln. Bewahren. Begeistern.” ausgestellt.
Weihnachtsgrüße und Öffnungszeiten
Wir wünschen allen unseren Gästen, Freunden, Mitgliedern des Fördervereins des Sorbischen Museums und des wissenschaftlichen Fachbeirates sowie allen Förderern und Sammlern frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2026! Wir bedanken uns für Ihren Besuch und Ihre tatkräftige Unterstützung unserer Arbeit. Auch im kommenden Jahr haben wir für Sie ein interessantes Veranstaltungsprogramm vorbereitet.
Unsere Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Neujahr:
- Dienstag bis Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr
Geschlossen am: 24., 25.und 31. Dezember wie auch am 01. und 02. Januar
Am 26. Dezember von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
03.12.2025, 15 Uhr: Kaffee um Drei „Unter dem Einfluss polnischer Kunst – Martin Nowak-Neumann“
Im 20. Jahrhundert zeigt die sorbische bildende Kunst ein bemerkenswertes Phänomen: Sorbische Künstler, die in Polen studierten, wurden nachhaltig von den dortigen Kunstströmungen beeinflusst. Der Vortrag widmet sich dem Maler, Zeichner und Grafiker Martin Nowak-Neumann (1900–1990) und beleuchtet, wie polnische Künstler sein Schaffen prägten. Die polnische Kunstszene war geprägt von einer besonderen Verbindung aus Folklore, Moderne und slawischer Rezeption – Elemente, die für sorbische Künstler von großem Interesse waren. Dank günstiger Umstände, kulturpolitischer Konstellationen und persönlicher Förderungen konnte Nowak-Neumann in Polen studieren. Diese Erfahrungen wurden zu einem entscheidenden Impuls für die Entwicklung einer eigenständigen sorbischen Kunst. Anhand zahlreicher Bildbeispiele von Werken Nowak-Neumanns, seiner Lehrer und Zeitgenossen werden Parallelen, Einflüsse und geistige Prägungen deutlich. So erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die stilistischen und konzeptuellen Grundlagen seines künstlerischen Schaffens. Referentin: Christina Bogusz, Direktorin
Schenkung an das Sorbische Museum: Werk von Jutta Mirtschin erweitert die Sammlung
Die renommierte Berliner Illustratorin Jutta Mirtschin hat dem Sorbischen Museum Anfang Oktober 2025 ein neues Werk für die Kunstsammlung überlassen. Das Aquarell auf Papier trägt den Titel „Beschwingt“ und entstand 1980. Die Sammlung des Museums umfasst bereits zahlreiche Arbeiten der Künstlerin, darunter Illustrationen, Gemälde, Plakate und Handzeichnungen.
Jutta Mirtschin, 1949 in Chemnitz geboren und in Bautzen aufgewachsen, zählt zu den bedeutenden Vertreterinnen der deutschen Zeichenkunst. Sie studierte Grafik an der Kunsthochschule Berlin Weißensee sowie an der Akademie der Künste in Berlin. In ihrer fast fünfzigjährigen Laufbahn schuf sie Illustrationen für mehr als 100 Bücher. Ihre Werke beeindrucken durch eine klare Linienführung und eine ausdrucksstarke, oft reduzierte Farbgestaltung.
Neben Buchillustrationen entstanden zahlreiche Plakate, unter anderem für das Piccolo Theater in Cottbus. Arbeiten der Künstlerin befinden sich in mehreren renommierten Sammlungen, darunter der Staatsbibliothek zu Berlin, der Nationalgalerie Bratislava, dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und dem Sorbischen Museum. Bereits 1992 widmete ihr das Sorbische Museum eine umfassende Ausstellung.
Im Jahr 2025 präsentierte das Museum Bautzen die große Sonderausstellung „Jutta Mirtschin – Malerei, Grafik, Illustration, Theater, Plakat“, die ihr vielseitiges Lebenswerk eindrucksvoll zeigte. Typisch für ihre Kunst ist die Verbindung klassischer Techniken mit modernen Bildsprachen. Märchen, Sagen und traditionelle Erzählungen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Der im Domowina Verlag erschienene Bildband „Jutta Mirtschin – Malerei, Grafik, Illustration, Theater, Plakat“ bietet einen umfassenden Einblick in ihr Schaffen seit 1974.





