Sonderausstellungen

Im Sorbischen Museum gibt es Sonderausstellungsräume mit einer Gesamtfläche von 220 m². Die Sonderausstellungen sind ein ergänzendes und vertiefendes Angebot zu den Dauerausstellungen und haben meistens Themen über regionale Charakteristika oder nationale Minderheiten – passend zu unserem Museum. Dabei sind slawische Völker und deren kulturelle Überlieferung von besonderem Interesse.

Die Kunstausstellungen ergänzen die programmatische Ausrichtung und eröffnen einen neuen Blick auf bestimmte Themen.

Vorausblick

Wotmolowane. Fotografija we Łužicy wot započatka hač do 1930tych lět. – Mit Licht gemalt. Die Fotografie in der Lausitz von ihren Anfängen bis in die 1930er Jahre.”

09.10.2016 – 01.03.2017

Die kommende Sonderausstellung widmet sich den Anfängen der Fotografie in der sorbischen Lausitz. Dabei wird der Zeitraum der ersten 80 Jahre nach der Erfindung untersucht und der Frage nachgegangen, wann das sorbisch-wendische Element in der Fotografie erscheint. Für die Ausstellung wurden in verschiedenen Lausitzer Archiven unzählige Fotografien gesichtet, katalogisiert und bewertet. So sind Fotografien ab den 1850er Jahren vorhanden und können nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.  

Neben circa 180 Originalbildern werden auf Monitoren digitalisierte Fotoalben gezeigt. Die Ausstellung wir mit historischer Kameratechnik und einem nachgebauten Fotoatelier aus der Zeit um 1900 komplettiert.

Erstellt wurde die Ausstellung von dem Fotografiker Jürgen Matschie.

Wir danken dem Sorbischen Kulturarchiv Bautzen, Museum Bautzen, Pfarrarchiv St. Michael Bautzen, Archiv des Klosters St. Marienstern in Panschwitz, Museum Schloss Hoyerswerda, Wendischen Museum Cottbus, Stadtmuseum/Stadtarchiv Cottbus, Schloss und Festung Senftenberg, Stadtmuseum Pulsnitz, Stadtarchiv Kamenz, Fotoatelier Steffen in Burg/Spreewald und vielen weiteren privaten Leihgebern.

Ausstellungen

Dauerausstellungen

Die Dauerausstellung des Sorbischen Museums in Bautzen ist als Rundgang auf einer Fläche von 830m² angelegt und widmet sich der Kulturgeschichte der Sorben vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Thematisch eigenständig besteht die Abteilung der bildenden Kunst.

Erdgeschoss

Beginn des Ausstellungsrundganges

Beginn des Ausstellungsrundganges

Der erste Ausstellungsraum im Foyer sorgt für eine historische und sprachliche Einordnung der heutigen Sorben und deren Vorfahren. Anhand ausgewählter Exponate, die jeweils für eine Abteilung des Museums stehen, erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Bereiche der sorbischen Identität.

In dem nachfolgenden Raum werden zunächst die Zeit der slawischen Besiedlung, das Hochmittelalter und die Reformationszeit in der Lausitz behandelt. Der nächste Ausstellungsraum geht auf typische Bereiche der regionalen Wirtschaft ein – zum Beispiel auf die Waldbienenzucht und die Fischerei, Teichwirtschaft, die seit dem Mittelalter einen bedeuteten Wirtschaftszweig bildeten.

Sorbische Lebenswelt

Sorbische Lebenswelt

Im Anschluss betreten Sie einen räumlich und thematisch eigenen Bereich mit vier Räumen: zur häuslichen Lebenswelt, der Bau- und Siedlungsweise sowie den Gebräuchen im Jahres- und Lebensverlauf. Hierzu zählt auch die Volksmusik. Musikbeispiele und historische Filmsequenzen machen Geschichte lebendig.

Besonders sehenswert sind die Alltags- und Festtagstrachten aus der Ober- und Niederlausitz in ihren vielen Varianten sowie die volkstümlichen Stickereien. Dies ist nur ein kleiner Teil der umfangreichsten Sammlung sorbischer Trachten.

1. Etage

Der Festsaal

Der Festsaal

Im Festsaal befindet sich die Literaturausstellung. Der größte Raum des Museums diente von 1835 bis 1907 dem Königlich-Sächsischen Appellationsgericht als Schwurgerichtssaal. Er ist mit Gemälden sorbischer Wissenschaftler und Schriftsteller geschmückt. Unter der Empore versammelt ein Triptychon aus dem Jahre 1930 vom slowenischen Künstler Ante Trstenjak wichtige Denker und Kulturschaffende der sorbischen Kulturbewegung. In den Vitrinen werden alte Druckwerke und Faksimile ausgestellt.

Links und rechts säumen Vitrinen mit Werken wichtiger Vertreter der literarischen Moderne den Raum. Auf der Galerie lädt eine Bibliothek zum Verweilen und Blättern in den zahlreichen Büchern ein.

Im Festsaal finden auch besondere Veranstaltungen, wie Konzerte und Ausstellungseröffnungen statt.

Nationale Bewegung

Nationale Bewegung

Nach dem Festsaal führt Sie der Rundgang zum Bereich der Aufklärung bis zur bürgerlich-nationalen Bewegung des 19. Jahrhunderts. Hier wird auf die eigene nationale Bewusstwerdung als slawisches Volk, die literarische und wissenschaftliche Beschäftigung mit den Sorben-Wenden sowie auf weitere entscheidende Faktoren der geschichtlichen Entwicklung hingewiesen. In der Mitte des Raumes befindet sich das so genannte Smoler-Zimmer – als Verweis auf die herausragende Persönlichkeit der sorbischen nationalen Wiedergeburt.

Eine gesonderte Tafel ist den sorbischen Auswanderern nach Übersee gewidmet.

Vom Festsaal aus gelangen Sie auch in den Sonderausstellungs-Bereich im Ostflügel des Gebäudes.

2. Etage

Das Kindermuseum und moderne Geschichte

Das Kindermuseum und moderne Geschichte

Im Westflügel des Hauses haben die Besucher die Möglichkeit, sich den Bereich „Kinderzeit früher“ anzusehen. Das museumspädagogische Kabinett ist Teil der Dauerausstellung und wird für Projekte mit Kindern genutzt.

Hinter der Empore des Saales schließen sich die Abteilungen Bildende Kunst und Geschichte des 19./20. Jahrhunderts an. Unter dem Motto “Die Sorben in Deutschland” wird das Ringen um nationale Gleichberechtigung seit 1871, der Gründung des Deutschen Kaiserreiches bis zur Gegenwart dargestellt.

Bildende Kunst

Bildende Kunst

Neben der Geschichtsabteilung schließt sich der Bereich Bildende Kunst an. Diese Galerie zeigt Werke sorbischer Künstler sowie Kunst mit sorbischer Thematik.

Das Sorbische Museum besitzt die größte Kunstsammlung sorbischer Bildender Kunst. Neben Gemälden und Grafiken gehören die Kunstfotografie und Objekte der angewandten Kunst, unter anderem Plakate und Keramik, dazu. Die Sammlung verfügt über Nachlässe bedeutender sorbischer Künstler, wie z. B. Martin Nowak-Neumann und Otto Garten.