Winterklassik 23.-25.1.2026
Konzertreihe Winterklassik 2026:
- 23.01.2026 um 19 Uhr „Echo der wandernden Seelen“
- 24.01.2026 um 19 Uhr: „Zwischen Schweigen und Klang“
- 25.01.2026 um 11 Uhr: „Exil und Identität“
www.winterklassik.com
„Z herbstwa Serbstwa | Objekt des Monats“: Kleine sorbische Geige
Dieses Exemplar einer kleinen sorbischen Geige, auch “Schleifer Fidel” oder “Hochzeitsfidel” genannt, wird dem Instrumentenbaumeister Hans Jordan aus Markneukirchen zugeschrieben. Sie wurde nach Entwürfen des Crostwitzer Uhrmachers und Enthusiasten für sorbische Volksmusikinstrumente Jurij Mencl/Georg Menzel (*1903; +1951) angefertigt. Die Signatur am Geigenboden weist als Baujahr 1947 aus.
Mehrere konstruktive Merkmale dieser Geige weichen von der althergebrachten Bauweise ab. Besonders auffällig ist der untypische Steg zwischen den Schalllöchern, welcher offensichtlich einer klassischen Konzertvioline entnommen ist: er verfügt über vier Saitenkerbungen, obwohl eine sorbische Geige nur mit drei Saiten bespannt wird. Es fehlt außerdem das dritte Loch in der Geigendecke, durch welches bei einer traditionellen kleinen sorbischen Geige ein Füßchen des Steges bis an den Innenboden reicht und somit Decke und Boden verbindet. Darüber hinaus ist auf der Unterseite der Geigendecke ein Bassbalken angebracht – eine weitere Annäherung an den Aufbau der klassischen Konzertgeige. Derlei Merkmale spiegeln Menzels Bestreben wider, die traditionellen sorbischen Streichinstrumente baulich und musikalisch zu “vervollkommnen” und somit durch Modernisierung zu bewahren. Damit zeugt dieses Instrument vom Übergang der traditionellen Volksmusikpraxis zur professionalisierten Folklore, welche 1952 in der Gründung des Staatlichen Ensembles für sorbische Volkskultur mündete – ein Jahr nach Menzels frühem Tod.
- Kleine sorbische Geige, Markneukirchen, 1947
- 27 cm x 49 cm
- SM-V-005922
H. Wiesner-Konzert 17.01.2026 um 19 Uhr: Windsbräute, Mittagsfrauen und andere fabelhafte Wesen
Das 31. Besondere Konzert zur Jahreswende 2026 „Windsbräute, Mittagsfrauen und andere fabelhafte Wesen“
Die fünf klassischen Musikerinnen werden die mythischen Gestalten aus der sorbisch-wendischen Sagenwelt hervorrufen und mitnehmen in die heutige Zeit. Sie werden Werke von Komponistinnen, die meistens im Schatten der Musikgeschichte durch die Jahrhunderte nahezu vergessen waren, zur Aufführung bringen und zeigen, dass auch von Frauen Großes auf dem Gebiet der Musik geleistet wurde.
Mitwirkende
- Kristin Ivanova – Sopran
- Ayda Demirkan – Violine
- Waltraut Elise Elvers – Bratsche
- Clara Franz – Violoncello
- Heidemarie Wiesner – Klavier
Die für das Konzert beauftragten sorbischen oder ihnen nah verbundenen Komponisten (Jan Cyz, Sebastian Elikowski-Winkler, Johannes Kretschmer, John McNabb, PeterWittig) lassen sich von dem Thema inspirieren und komponieren je ein Werk für unterschiedliche Besetzungen von Solo, Trio bis Quintett, das in den Konzerten zur Uraufführung kommen wird. Spannende, leidenschaftliche und himmlisch schöne Werke von u.a. Amy Beach, Rebecca Clarke, Lilli Boulanger, Lera Auerbach, Cecile Chaminade, Maddalena Sirmen, Pauline Viardot, Germaine Tailleferre, Heidemarie Wiesner und Ulrich Pogoda runden das Programm ab.
„Mittagsfrau” von Jill-Francis Käthlitz und durch die Dramaturgin Madlenka Solcic ausgewählte Gedichte der Teilnehmerinnen am sorbisch-wendischen Schreibwettbewerb dienen den Komponisten als Inspiration. Sie werden während der Konzerte zweisprachig vorgetragen. Spielorte im Januar 2026 sind Berlin, Leipzig, Bautzen, Cottbus, Hoyerswerda, Kuppritz.



